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Sonntag, den 19.11.2017
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Orchideen im Gebiet

Ragwurzarten (Ophrys)



Faszinierende Bl├╝tenformen und Bl├╝tenfarben weisen die Ragwurzarten auf. Sie sind im Hauptverbreitungsgebiet, dem Mittelmeerraum, mit ├╝ber 80 Arten, im Drei Gleichen Gebiet dagegen nur mit zwei Arten vertreten. Die Fliegen- und die Bienenragwurz (Ophrys insectifera und Ophrys apifera) verraten ihre Herkunft durch die Ausbildung von Winterblattrosetten. Im Mittelmeergebiet sind n├Ąmlich die relativ feuchten und milden Winter die beste Zeit f├╝r die Entwicklung der Pflanzen.

Der aufmerksame Wanderer wird die bis zu 40 cm hohen Insektent├Ąuschblumen Ende Mai bis Juni an den offenen bis buschigen S├╝dh├Ąngen beobachten k├Ânnen. Die Bl├╝hfreudigkeit der Bienenragwurz ist allerdings gro├čen Schwankungen unterworfen.
          

Ragwurzarten (Ophrys)



        


Die Ragwurzarten locken mit ihrem Aussehen und mit Duftstoffen Insektenm├Ąnnchen, die Fliegenragwurz z.B. Grabwespen, an, die das vermeintliche Weibchen zu begatten versuchen. Stattdessen fliegen sie danach, ausgestattet mit einem Pollenpaket, ab, fallen bei der n├Ąchsten Bl├╝te auf die gleiche T├Ąuschung herein, best├Ąuben sie aber auf diese Weise.

Bei der Bienenragwurz erfolgt dagegen ├╝berwiegend Selbstbest├Ąubung, vermutlich, weil in unserem Raum die zu ihrer Befruchtung ├╝blichen Insekten fehlen.

Waldv├Âgleinarten (Cephalanthera)



Von den heimischen drei Waldv├Âgleinarten kommen im Drei Gleichen Gebiet nur das Bleiche oder Wei├če Waldv├Âglein (Cephalanthera damasonium) auf der Schlo├čleite relativ zahlreich vor, w├Ąhrend das Langbl├Ąttrige Waldv├Âglein (Cephalanthera longifolia) nur am Kaffberg mit wenigen Exemplaren bekannt wurde. Beide Sorten bevorzugen wechselfeuchte, kalkhaltige, fallaubreiche Waldb├Âden. Namengebend sind die wei├čen Bl├╝ten, die aus Blattachseln herauswachsen, bzw. die langlanzettlichen Blattaustriebe der viel selteren Schwesterart, die ebenfalls einen wei├čen Bl├╝tenstand tr├Ągt.
Zu beiden Arten gesellen sich im Mai gern die Maigl├Âckchen und die Nestwurzorchideen.
          

Gro├čes Zweiblatt (Listera ovata)



Das gro├če Zweiblatt ist die h├Ąufigste und unauff├Ąlligste Orchidee im Gebiet. Sie siedelt ├╝ber bodenfeuchtem Kalkgrund, selbst an Weg- und Stra├čenr├Ąndern, kann aber auch an trockeneren Standorten angetroffen werden.

Einschlie├člich der Bl├╝ten sind alle Pflanzenteile gr├╝nfarben. Die Orchidee hebt sich daher von ihrer oft blatt- und grasreichen Umgebung nur durch ihre Gestalt ab. Ihre Bl├╝tenrispe kann im Extremfall 70 cm hoch werden. Sie schiebt ihren Bl├╝tenst├Ąngel ab Mai zwischen zwei gegenst├Ąndigen, eif├Ârmigen oder ovalen Stengelbl├Ąttern, die zentimeterweit vom Boden abstehen k├Ânnen. Auf den zahlreichen kleinen Einzelbl├╝ten kann man zu ihrer Hochbl├╝tezeit (Juni/Juli) Nektarspuren erkennen, die ihre Insektenbest├Ąuber anlocken und zu den Fortpflanzungsorganen f├╝hren sollen.
           

 

 

Nestwurz (Neottia nidus-avis)



Wie schon gesagt, sind alle einheimischen Orchideen zur Keimung ihrer Samen und zur weiteren Entwicklung auf die Symbiose mit Kleinpilzen angewiesen, die aus abgestorbenen Pflanzenteilen im Erdreich Wurzeln entwickeln. Die Nestwurz nutzt diese Lebensgemeinschaft so umfassend aus, da├č sie sogar auf die Ausbbildung von Bl├Ąttern und Chlorophyll verzichtet. Wir begegnen den ausschlie├člich mit br├Ąunlichen Pflanzen- und Bl├╝tenteilen versehenen Orchideen vereinzelt ab Mai im Fallaub nicht zu trockener Waldbereiche.
               

Wei├če und Gr├╝ne Waldhyazinthe (Platanthera bifolia / P. chloranta)



Auf auffallende Farben k├Ânnen die Waldhyazinthen verzichten. Sie locken im Mai/Juni ihre Best├Ąuber, Falter mit langen R├╝sseln, durch intensive, wohlriechende D├╝fte an. Dies trifft besonders auf die Wei├če Waldhyazinthe zu. Der Bl├╝tennektar wird im langen Sporn gebildet. Als wesentliches Unterscheidungsmerkmal der beiden Arten kann man die Pollen zurateziehen.
W├Ąhrend sie bei der bifolia parallel nebeneinanderstehen, spreizen sie sich bei chlorantha und bilden so in ihrer gedachten Verl├Ąngerung ein offenes Dreieck.
Beide Arten treten im Gebiet recht selten auf. Sie wachsen auf B├Âden mit Kalkunterlage in lichten Laub- und Fichtenw├Ąldern, vor allem an deren R├Ąndern, so an der Schlo├čleite und am Kallenberg.

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