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Sonntag, den 19.11.2017
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Archäologisches Experimentirgelände in Haarhausen




Über 30.000 Scherben von römischen Gefäßformen wurden geborgen, die man in römischer Technologie auf der Töpferscheibe hergestellt hatte.
Der Nachweis römischer Technologie im germanischen Thüringen war eine Sensation. Haarhausen wurde das „Pompeji“ Thüringens. Die wissenschaftliche Untersuchung der Keramikherstellung, löste die Idee aus, solche Öfen nachzubauen und durch Experimente historische Erkenntnisse zu gewinnen

Die Reste der 3 Töpferöfen vom Ende des 3.Jh. sind die ersten im Siedlungsgebiet der Elbgermanen. Sie bestanden  trotz vorhandener Unterschiede im wesentlichen aus drei Teilen: dem Schürhals, durch den der Ofen befeuert wurde. Der Schürhals führt in den Feuerungsraum. Dieser ist in der Regel rund. Während des Brennvorganges wird in dem Feuerungsraum die Glut geschoben. Darüber liegt die Lochtennen, eine mit Löchern versehene Lehmplatte, auf der die zu brennenden Gefäße gestapelt werden. Die Lehmplatte hatte eine kuppelförmige Lehmummantelung. Der so gebildete Brennraum hatte 2 Öffnungen: die Einsatzöffnung für die Beschickung und Entleerung des Ofens mit Keramiken und die obere Abzugsöffnung.

Das Besondere der Haarhäuser Öfen ist ihre Bauweise und ebenso das Baumaterial. Die Haarhäuser Öfen wurden nur mit dem unteren Teil in die Erde eingelassen, der obere Kuppelraum stand frei über der Erde. Baumaterial waren Trockenziegel, Wölbtöpfe und Lehm. Sichtbar an der Grabungsstelle ist auch eine ca. 60 m² große Werk- bzw. Trockenhalle, wo die Töpfer ihre Gefäße formten und trockneten.

Durch experimentelle Archäologie wurde die Erkenntnis möglich, dass bei jedem Brand  ca. 150 Gefäße in einen Ofen passen und das ein Brand mit reduzierter Sauerstoffzufuhr (damit die Keramik grau wird) etwa 20 Stunden dauerte und ca. 1,5 Raummeter Holz verfeuert werden mussten.

Das große Interesse führte dazu, Versuchsbrände auch für die Öffentlichkeit zu veranstalten, aus der Überzeugung, dass nicht nur wissenschaftlich geforscht werden, sondern die Öffentlichkeit an diesen Erkenntnissen Anteil haben muss.

 
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