Herzlich Willkommen im Thüringer Burgenland "Drei Gleichen"
Sonntag, den 19.11.2017
Wandersleben Mühlberg
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Historie

Wilhelm bei Rhein , Graf von Ballenstedt, schenkte die Burg im 12. Jahrhundert dem Erzbischof Adalbert von Mainz, um sich dessen Hilfe gegen die Reichsgewalt zu versichern. Das Erzbistum belehnte die Grafen von Tonna, Vögte der Stadt und des Petersklosters Erfurt, mit der Burg Gleichen. Sie nannten sich fortan Grafen von Gleichen.

Viele Sagen und Legenden ranken sich um das alte Adelsgeschlecht. Die romantischste ist wohl die „Sage vom zweibeweibten Grafen“ aus der Zeit der KreuzzĂŒge. Dieser Graf von Gleichen soll in Gefangenschaft der Sarazenen geraten und zu schwerer Arbeit vielleicht sogar zum Tode verurteilt worden sein. Die Sultanstochter Melechsala verliebte sich in ihn und bat fĂŒr ihn um Gnade, sodass er leichtere Arbeiten im wunderbaren Sultansgarten erledigen durfte. Dort konnten sich der Graf und die Sultanstochter auch unbehelligt treffen und ZukunftsplĂ€ne schmieden. Melechsala wollte dem Grafen zur Flucht in die Heimat verhelfen, stellte jedoch die Bedingung, dass er sie als seine zweite Frau, wie im Orient ĂŒblich, mitnĂ€hme. Nach anfĂ€nglichem Zögern ĂŒberwog beim Grafen das Heimweh und die beiden flohen zunĂ€chst nach Italien und dort, so erzĂ€hlt die Sage, segnete der Papst beeindruckt vom Schicksal des Paares, die Zweitehe des Grafen; eine pĂ€pstliche Urkunde zur Doppelehe war jedoch bisher nicht auffindbar. Endlich in der Heimat angelangt,  wurden der Graf und die Sultanstochter im grĂ€flichen Vorwerk freudig von der ersten Gattin des Grafen empfangen; an dieser Stelle entstand das Gasthaus „Freudenthal“, das heute noch den mĂŒden Wanderer empfĂ€ngt und umsorgt. Der Graf und seine beiden Gattinnen lebten bis ans Ende ihrer Tage glĂŒcklich und in Eintracht. Ihr gemeinsames Grabmal ist im Erfurter Dom verewigt.

Das dreischlÀfrige Bett im Graf-Gleichen-Zimmer im Hotel nahe der Burg Gleichen lÀdt ein, die ungewöhnliche Situation nach-zuempfinden. Es ist eine korrekte Nachbildung des 1814 von den napoleonischen Truppen zerstörten originalen grÀflichen Bettes.

Die aktuellen Geschicke der Burg Gleichen werden durch die Stiftung der „ThĂŒringer Schlösser und Garten“ gelenkt. Die Burgruine lĂ€dt zum Besuch und Verweilen ein. Im Turmmuseum gibt es interessante Informationen zur Historie sowie zur Flora und Fauna der Region.

Die Burg Gleichen gehört zum EU-Projekt TRANSROMANICA, welches das kulturelle Erbe der Epoche der Romanik bewahrt, den historischen Alltag erschließt und die Bedeutung der Kirche fĂŒr das individuelle und gesamtgesellschaftliche Leben im Mittelalter darlegt. Die TRANSROMANICA ist eine der europĂ€ischen Kulturrouten.

 
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