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Samstag, den 18.11.2017
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Sankt Georg Kirche - Seebergen





Weit ins ├Âstliche Land gr├╝├čt der ├╝ber 40m hohe Turm der Seeberger Kirche mit seinem  achteckigen Helmdach. Sie liegt in der Mitte des alten Dorfkernes. Beim Heranfahren, -wandern oder -radeln kann man die umlaufende Wehrgalerie, die ein Merkmal einer wehrhaften erkennen l├Ą├čt, gut ausmachen. Dazu geh├Ârt auch die Einfriedung der Kirche, eine noch in Resten erhaltene und teilweise erneuerte Wehrmauer. Die spitzbogige n├Ârdliche Eingangspforte und andere Tore waren fr├╝her verschlie├čbar. Gro├če Kragsteine und Schie├čscharten lassen erahnen, wie bei kriegerischer Gefahr die Seeberger die Abwehrstellung auf den schnell gelegten Uml├Ąufen einnahmen. Drohende Gefahr und Feuerbr├╝nste wurden von der Wache durch Glockenl├Ąuten oder Hornsignal angezeigt. So fanden die Einwohner Schutz innerhalb der Kirchmauern, denn hier standen auch die Pfarrei, die Schule und nebenan die Gemeindeschenke. 

Die Bauzeit der St. Georg Kirche, die nat├╝rlich aus Seeberger Sandstein erbaut wurde, wird wohl in der Zeit zwischen 1511 (Inschrift am Turmuntergescho├č) und 1587 (Inschrift Turmgalerie) liegen. Viele wiederverwendete Steine lassen auf eine romanischen Vorg├Ąngerbau schlie├čen.

Die ├Ąltesten Ausstattungsteile des Innenraumes, d.h. die umlaufende untere, die obere Westempore und vermutlich ein Kanzelaltar wurden 1625 (am Kanzelkorb inschriftlich belegte Weihe) vollendet. damit sind auch die Bildtafeln am Kanzelkorb und diesen Emporenteilen, auf denen Darstellungen der Evangelisten, des Salvator mundi und Szenen aus dem Alten und Neuen Testament zu sehen sind, datiert. Es handelt sich dabei um eine farbintensive in Leimfarbentechnik ausgef├╝hrte Malerei, die sich durch ihre lebendigen und eigenwilligen Charakter auszeichnet und im weiteren Umfeld ihresgleichen suchen l├Ą├čt.

Sp├Ąter wurden die Einbauten noch um die obere Nord- und S├╝dempore erweitert. Dies k├Ânnte von 1661-63 erfolgt sein; aus dieser Zeit liegt eine Abrechnung "Verwilligter gelder zur Mahlerey der Kirchen allhiero anno 1661."im Pfarrarchiv.



Durch die Fachhochschule Erfurt, Fachbereich Restaurierung, und die Unterst├╝tzung durch das Landesamt f├╝r Denkmalpflege (Th├╝ringen) konnten seit 1995 im Rahmen von Studentenpraktika die Bauforschung und sehr umfangreiche Aufgaben, wie die Untersuchung der Architekturfassung im Innenraum, sowie die schrittweise Restaurierung der insgesamt 65 Bildtafeln begonnen werden. Im Ergebnis dessen wurde es m├Âglich, u.a. die einzelnen Gestaltungsphasen der Raumfassung, die von der Renaissance (Inschrift 1611 ├╝ber unterem Turmeingang) ├╝ber Barock, Klassizismus bis zur vorliegenden Ausmalung von 1938 reichen, zu ermitteln und zu dokumentieren. 
 
Die Restaurierung der Emporenbildtafeln umfa├čt die Konservierung der durch Lockerung stark gef├Ąhrdeten Bereiche der Malerei, die Oberfl├Ąchenreinigung und die Retusche der Fehlstellen. Im Ausblick sind die Reparatur der Putze, die Neuausmalung des Kirchenraumes evtl. unter Einbeziehung eines freizulegenden Teiles der Ornamentmalerei aus der Renaissance, sowie die Fortsetzung der Arbeiten an den Bildtafeln und an der Fassung der Emporen vorgesehen.

 
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