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Dienstag, den 19.06.2018
Wandersleben Mhlberg
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Freudenthal bei Wandersleben

Unter der Ruine der Burg Gleichen steht am Fuß des Berges ein einsames Wirtshaus, "zum Freudenthal" genannt, und diesen Namen führt die Stätte seit langen Zeiten. Es geht eine Sage unter dem Volk jener Gegend: 
 
"Die Sage vom zweibeweibten Grafen von Gleichen" 
 
Erste Ursprünge der einst so beliebten Ausflugsgaststätte bei Wandersleben liegen wohl im 12. Jahrhundert. Möglicherweise sind Teile der Kelleranlage aus dieser Zeit noch erhalten. Über die Gebäude selbst ist nichts überliefert. Von 1585 bis 1589 erfolgte der Aufbau eines Vorwerkes zur Versorgung der Burg Gleichen.



Eine ausgedehnte Hofanlage mit Mühle, Obstgarten, Hopfen- und Weinbergen, Brauhaus und dem sogenannten Eselsbrunnen wurden geschaffen. Vom Brunnen aus wurde die Burg mittels Transport des Wassers auf Eselrücken mit dem kostbaren Naß versorgt. Zugleich diente der Hof bereits damals als Ausspanne für Fuhrleute und Händler auf dem Weg nach Süden und Osten. Zu dieser Zeit sind Vowerk und Burg noch im Besitz der Grafen von Gleichen, welche 1588 auf der Burg das neue Herrenhaus errichten lassen.

1632 erhält der Wanderslebener Sigmund Heußner das Vorwerk als Teil einer Schenkung vom Schwedenkönig Gustav Adolf, in dessen Diensten er stand. Mitte des 17. Jahrhunderts kommt es zu Erbstreitigkeiten zwischen Kurmainz, den Grafen von Hatzfeld und den Schwarzburger Grafen, in denen es auch um das immer noch beachtliche Gut Freudenthal geht. Letztendlich setzt der Niedergang ein. Während des 18. Jahrhunderts sagt man den verschiedenen Wirtsleuten immer wieder Verbindungen zu Räuberbanden nach, Bettler und Zigeuner gehen ein und aus.

In der Zeit von 1806 bis 1814 leidet das Freudenthal ebenso wie die Burg und die ganze Umgebung unter der napoleonischen Besatzung und Einquartierung. Die Burg ist zu diesem Zeitpunkt bereits eine Ruine. 1816 geht der Besitz an den Generalfeldmarschall Müffling über, der 1818 laut Überlieferungen einen kompletten Neubau errichten ließ, was jedoch angesichts teilweise erheblich älterer vorhandener Bausubstanz anzuzweifeln ist. 1835 fällt die Domäne Wandersleben mit dem Freudenthal an den Herzog von Sachsen - Coburg - Gotha.

Die Inneneinrichtung des Hauptgebäudes des Freudenthales wird 1920 komplett erneuert. 1934 schenkte der Gothaer Herzog Burg Gleichen und das Freudenthal der Stadt Erfurt, welche von da ab das Freudenthal bis 1993 durch Pächter bewirtschaften ließ.

1996 kaufte das GKZ - Ingenieurbüro die gesamte Immobilie des Freudenthales von der Stadt Erfurt und begann mit dem Umbau und der Sanierung der historischen Gaststätte. Von August 2004 bis Herbst 2013 war Herr Jan Zysno Hausherr im Freudenthal, er gestaltet das Areal im historischen Stiel um.

Im März 2014 sind neue Pächter eingezogen. Ehepaar Heike Prescher und Kai Heinemann führen den Gasthof unter dem Motto

„Thüringen küsst Franken“.

 





 
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